Seit Jahresbeginn gibt es doppelt so viele Banken mit Negativzinsen. 2021 war damit wirklich kein gutes Jahr für Zins-Sparen.

2021 geht als sparerfeindlichstes Jahr unserer Zeit in die Geschichte ein und hat Privatkunden, Firmenkunden und Finanzinstituten große Sorgen bereitet. Die Märkte sind förmlich überflutet von Ersparnissen und Konjunktur- sowie Anleiheprogrammen der Regierungen und Zentralbanken. Daher haben die meisten der europäischen Großbanken Festgeldangebote gestrichen. Für Privatkunden wurde es so fast unmöglich, Festgeldangebote bei den größten Instituten des Kontinents zu finden – ganz zu schweigen von Tagesgeldern. Die steigende Überliquidität führt zu einer systemischen Herausforderung mit drastischen Folgen für nahezu alle Marktteilnehmer.

Sparen: Der Negativzins greift um sich

In Deutschland, dem Land der Sparerinnen und Sparer, reduzieren immer mehr Banken die Freigrenzen, erheben Strafzinsen oder ziehen sich komplett aus dem Privatkundengeschäft zurück. Die Anzahl der Finanzinstitute mit Negativzinsen hat sich laut Verivox seit Jahresbeginn auf inzwischen 418 mehr als verdoppelt. Die durchschnittlichen Sparzinsen für deutsche Privatkunden schwankten 2021 laut der Europäischen Zentralbank (EZB) zwischen -0,04 und 0,07 Prozent – so niedrig wie nie zuvor, mit einem Negativrekord.

Dennoch sparen die Bürger

Doch trotz aller Bemühungen der Banken setzen die Verbraucherinnen und Verbraucher ihre Sparwut fort und häufen immer mehr Gelder auf den Konten an. Zwischen September 2019 und August 2021 haben die Europäerinnen und Europäer jeden Monat im Durchschnitt mehr gespart, als sie ausgegeben haben. Die jüngsten Daten der EZB zeigen, dass die Verbraucherinnen und Verbraucher in ganz Europa nach einem kurzen Kaufrausch im Sommer größtenteils wieder zum Sparen zurückgekehrt sind: Im Oktober stiegen die Sparzuflüsse gegenüber dem Vormonat allein in Deutschland um 223 Prozent.

Wie wäre es mit einem ETF?

Die Zinsen werden sich wohl nicht so schnell erholen. Eine Geldanlageform, die davon sogar noch profitiert, ist die Aktie. Breit und günstige Investments darin ermöglichen ETFs. Hier gelangen Sie zur ETF-Suche.

Thomas Brummer war bereits für das Anlegermagazin "Der Aktionär" und das Verbraucherportal biallo.de tätig. Zudem hospitierte er in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf. Seit 2018 ist er Mitglied der Redaktion und seit 2020 als stellvertretender Chefredakteur für das Anlegerportal extraETF.com und das Extra-Magazin verantwortlich. Er verfasst zudem regelmäßig Beiträge auf geld-digital.de.