Man muss kein Rock- oder Popstar sein, um mit Musik Geld zu verdienen. Ein gutes Händchen beim Investment in Musikrechte reicht schon. Das geht über börsennotierte Unternehmen und einen britischen Fonds.

Bereits im Jahr 1985 hat kein Geringerer als der King of Pop, Michael Jackson, für Rechte an 251 Songs der Beatles die damalige Rekordsumme von 47,5 Millionen US-Dollar gezahlt. Bei einer angenommenen durchschnittlichen Inflationsrate von zwei Prozent jährlich ergäbe sich ein heutiger Gegenwert von rund 100 Millionen US-Dollar. Im Vergleich zu den aktuell aufgerufenen Preisen für Musikrechte geradezu ein Schnäppchen!

Angesichts des Erfolgs von Musik-Streaming-Diensten wie Spotify, Apple Music, Deezer und Co., der Musik für den Konsumenten immer günstiger machte, könnte man annehmen, dass der Wert von Musikrechten in den letzten Jahren geradezu implodiert ist. Genau das Gegenteil war zuletzt zu beobachten.

So hat zum Beispiel der amerikanische Singer-Songwriter Bob Dylan im Dezember 2020 die Rechte an seinen Liedern für geschätzte 300 Millionen US-Dollar an die Universal Music Group verkauft! Warner Chappell Music sicherte sich für 250 Millionen Dollar die Rechte an den Songs von David Bowie und Bruce Springsteen vergoldete sein Schaffen kürzlich mit dem Verkauf seiner Werke für rund 500 Millionen Dollar an Sony Music. Rock- und Soul-Diva Tina Turner verkaufte ihre Musikrechte an BMG (Bertelsmann). Bei über 180 Millionen verkauften Tonträgern kann man nur erahnen, wie viel Geld in die Schweiz geflossen ist.

Im Jahr 2020 wechselten Musikrechte für geschätzte vier Milliarden US-Dollar den Besitzer. In diesem Jahr wird der Umsatz voraussichtlich noch einmal zulegen.

Als Anleger kann man entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Musikindustrie investieren. Als Streaming-Dienst ist zum Beispiel Spotify an der Börse notiert. Von den klassischen Musiklabels, die als Käufer von Musikrechten in Erscheinung treten, sind unter anderen die Universal Music Group oder Warner Music gelistet.

Eine Möglichkeit für Privatanleger, in Musikrechte zu investieren

Das wahrscheinlich „reinste“ Investment in Musikrechte lässt sich über den Hipgnosis Songs Fund (ISIN: GG00BFYT9H72) darstellen. Dieser wurde von Intimkennern der Branche im Jahr 2018 mit dem Ziel aufgelegt, eines Tages über ein Fünftel der weltweiten Musikrechte zu verfügen. Sie sind bereits auf einem guten Weg!

Wer Spaß daran hat, begibt sich selbst auf die Suche nach den Mega-Hits der Zukunft. Das Wiener Start-up Gobal Rockstar (www.globalrockstar.com) gründete 2014 eine Crowdinvesting-Plattform für Musik, die 2020 mit dem Gründerpreis „Business Punk“ ausgezeichnet wurde. Hier kann man gezielt und direkt in einzelne Lieder oder ganze Alben von Newcomern investieren und partizipiert zusammen mit den Künstlern an zukünftigen Vermarktungserfolgen. Ein wenig Musikgespür sollte man natürlich haben.

Wie auch immer Sie Ihre Vorlieben für Musik ausleben wollen: Keep on rockin‘!

Über den Autor: Udo Rieder

Udo Rieder ist Portfoliomanager bei der KSW Vermögensverwaltung AG in Nürnberg.

Thomas Brummer war bereits für das Anlegermagazin "Der Aktionär" und das Verbraucherportal biallo.de tätig. Zudem hospitierte er in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf. Seit 2018 ist er Mitglied der Redaktion und seit 2020 als stellvertretender Chefredakteur für das Anlegerportal extraETF.com und das Extra-Magazin verantwortlich. Er verfasst zudem regelmäßig Beiträge auf geld-digital.de.