Der Krypto-Markt war bereits 2021 sehr spannend. Das erwartet uns aus Vaneck-Sicht in diesem Jahr in Sachen Bitcoin und Co.

„2021 war ein enorm gutes Jahr für die Einführung und den Durchbruch von Kryptowährungen, und wir gehen davon aus, dass dieser Lauf auch 2022 anhalten wird“, schreibt John Patrick Lee, CFA und Produktmanager bei Vaneck in seinem aktuellen Kommentar zur Krypto-Branche. Doch was erwartet uns in diesem Jahr? Die fünf Prognosen von Lee.

Krypto-Motto für 2022: „Mehr IPOs, mehr Anwendungsfälle, mehr Akzeptanz“

  • Im Jahr 2022 werden noch mehr Krypto-intensive Unternehmen an die Börse gehen. Lee geht davon aus, dass es eine umfangreiche Pipeline von Kryptounternehmen gibt, die sich derzeit auf einen Börsengang vorbereiten, und dass sich 2022 der Trend fortsetzen wird, der von den neu notierten Unternehmen im Jahr 2021 gesetzt wurde.
  • NFT (non-fungible token) erreicht die Mainstream-Kultur mit Millionen von Nutzern, und die nächsten wichtigen Anwendungsfälle werden Sporttickets, Treuepunkte und E-Sports sein. Aus Sicht von Lee müssen jedoch Benutzerschnittstellen für NFT-Plattformen zugänglicher werden und Anwendungsfälle geboten werden, die über das bloße Aufbewahren von Gegenständen hinausgehen, um einer noch breiteren Anwendung von NFTs den Weg zu bereiten.
  • Ethereum erfährt ein umfassendes Software-Upgrade, das sie vom energieintensiven Mining wegführt und die Netzwerkkapazität erhöht. Im Jahr 2022 plant Ethereum die Umstellung von „Proof of Work” auf „Proof of Stake”. Anstatt Energie für die Lösung rechenintensiver Probleme (PoW) aufzuwenden, wird der Proof of Stake für die Ethereum-Blockchain eine bessere Energieeffizienz, eine Erhöhung der Netzwerkkapazität, niedrigere Eintrittsbarrieren und eine stärkere Immunität gegen Zentralisierung bieten.
  • Bitcoin reift weiter in Bezug auf eine breitere institutionelle Beteiligung und Akzeptanz, da ein weiteres Schwellenland Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel deklarieren könnte (El Salvador 2.0). Wie das Beispiel El Salvador zeigt, könnten bestimmte Schwellenländer Bitcoin auch als geldpolitisches Instrument und eine mögliche Option nützlich finden, um einige der negativen Nebeneffekte zu vermeiden, die entstehen, wenn man sich bei der Schuldenhilfe ausschließlich auf den IMF/die Weltbank verlässt.
  • ESG-Kapital und Investoren sehen Bitcoin als Beschleuniger für die Einführung grüner Energie und die finanzielle Eingliederung. Während die Debatte über den Energieverbrauch von Kryptowährungen weitergeht, ist Lee der Meinung, dass Krypto-Mining-Gesellschaften nach wie vor eine Vorreiterrolle bei der Einführung von grüner Energie und finanzieller Eingliederung spielen werden. Er geht davon aus, dass die auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Mining-Unternehmen ihren Marktanteil weiter ausbauen werden.
Thomas Brummer war bereits für das Anlegermagazin "Der Aktionär" und das Verbraucherportal biallo.de tätig. Zudem hospitierte er in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf. Seit 2018 ist er Mitglied der Redaktion und seit 2020 als stellvertretender Chefredakteur für das Anlegerportal extraETF.com und das Extra-Magazin verantwortlich. Er verfasst zudem regelmäßig Beiträge auf geld-digital.de.