Die Sonne ist da. Es ist Reisezeit. Da kommen Gedanken auf, eine Ferienimmobilie zu vermieten. Doch ist das Konzept lohnend?

Ein Haus oder eine Wohnung in einer deutschen Urlaubsregion kaufen, um Mieteinnahmen zu erzielen? Das klingt verlockend. Käufer sollten im Vorfeld sehr genau planen und kalkulieren, um unter dem Strich Gewinn zu erwirtschaften.

Seit Ausbruch der Corona-Pandemie sind Ferienimmobilien so beliebt wie nie. Knapp jeder zweite Deutsche (49 Prozent) meint, dass die eigene Ferienimmobilie in Deutschland durch die Corona-Krise attraktiver geworden ist, so das Ergebnis einer aktuellen YouGov-Umfrage im Auftrag von Postbank Immobilien. Das ruft auch Geldanleger auf den Plan. Laut Umfrage will mehr als jeder dritte Befragte, der mit dem Kauf einer Ferienimmobilie liebäugelt (36 Prozent), diese vermieten. Tatsächlich überlässt aber letztlich nur jeder sechste Besitzer einer Ferienimmobilie (17 Prozent) auch fremden Urlaubsgästen sein Eigentum. „In der Praxis müssen für eine erfolgreiche Vermietung einige Voraussetzungen erfüllt werden,“ sagt Florian Schüler, Sprecher der Geschäftsführung von Postbank Immobilien.

  1. Ferienimmobilie als Geschäftsmodell: Wer mit einem Ferienhaus oder einer Ferienwohnung Gewinn erzielen möchte, muss unternehmerisch denken und handeln. Die Konkurrenz ist groß. Das Objekt muss gut positioniert und vermarktet werden, damit es möglichst häufig vermietet werden kann. „In der Hauptsaison ist die Nachfrage meist größer als das Angebot. Die Herausforderung ist, auch in der Nebensaison für eine gute Auslastung zu sorgen“, sagt Florian Schüler.
  2. Ist Vermietung erlaubt? „Die gewerbliche Vermietung von Immobilien ist örtlich in Touristenzentren oft sogar untersagt – etwa, weil es der Bebauungsplan oder spezielle Landesgesetze verbieten“, erklärt der Postbank Immobilien Experte. „Käuferinnen und Käufer sollten sich vorab bei der zuständigen Baubehörde informieren.“
  3. Lage, Lage, Lage: Feriengäste schätzen eine gute Anbindung an Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants und Freizeiteinrichtungen. Vor allem Unterkünfte am Strand oder mit Blick aufs Bergpanorama sind begehrt. „Die Immobilienpreise sind derzeit allgemein auf einem sehr hohen
    Potenzielle Käufer sollten auch attraktive Standorte jenseits
    der üblichen Touristenzentren prüfen und ihre Wunschvorstellungen mit
    örtlichen Maklern besprechen“, rät Florian Schüler.
  4. Lohnt sich der Kaufpreis? Wer den Kauf einer Ferienimmobilie als Investition versteht, muss dem Kaufpreis inklusive Nebenkosten die zu erwartenden jährlichen Mieteinnahmen abzüglich der laufenden Kosten gegenüberstellen. „Ein Investitionsplan, in dem alle voraussichtlichen Einnahmen und Ausgaben über 15 bis 20 Jahre aufgeführt werden, kann einen Überblick verschaffen“, empfiehlt Florian Schüler.
  5. Pluspunkt Ausstattung: Ein modernes Bad, eine gut ausgestattete Küche und eine stabile Internetverbindung sind Standards, die viele Urlauber heute selbstverständlich von einer Ferienunterkunft erwarten. Neben der hochwertigen Qualität sollte die Ausstattung möglichst robust sein, damit sie der Beanspruchung durch viele verschiedene Gäste standhält. Darüber hinaus erhöht ein Highlight – wie zum Beispiel eine Sauna oder ein Kamin – die Attraktivität der Immobilie auch in der Nebensaison.
Thomas Brummer war bereits für das Anlegermagazin "Der Aktionär" und das Verbraucherportal biallo.de tätig. Zudem hospitierte er in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf. Seit 2018 ist er Mitglied der Redaktion und seit 2020 als stellvertretender Chefredakteur für das Anlegerportal extraETF.com und das Extra-Magazin verantwortlich. Er verfasst zudem regelmäßig Beiträge auf geld-digital.de.