Die Immobilienverrentung braucht dringend ein Mindestmaß gesetzlicher Regulierung. Das fordert das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DAI).

So sollten einheitliche Standards gelten, vor allem in der Beratung der Eigentümer. Diese geben für den Erhalt einer Rente oder Kapitalleistung ihre selbstgenutzte Immobilie ganz oder teilweise aus den Händen. Die Beratung und Aufklärung zu diesem Rechtsakt sollte zumindest in einem Beratungsprotokoll nachvollziehbar festgehalten werden.

„Das Deutsche Institut für Altersvorsorge plädiert seit jeher für Eigenverantwortung der Bürger und ist gegen eine überbordende Regulierung der privaten Finanzangelegenheiten, aber bei der Immobilienverrentung besteht erkennbarer Bedarf an mehr Regulierung“, gibt DIA-Sprecher Klaus Morgenstern zu bedenken. „Derzeit herrscht eine skurril anmutende Situation. Für den Abschluss eines Fondssparplans, in den monatlich 50 Euro eingezahlt werden, ist ein Beratungsprotokoll vorgeschrieben. Für die Verrentung einer Immobilie im Wert von 500.000 Euro fordert der Gesetzgeber das nicht.“

Unterschiedliche Modelle der Immobilienverrentung

Derzeit werben viele Anbieter für ihre Verrentungsmodelle oder für einen teilweisen Ankauf von Eigenheimen. Diese Angebote sind für die Immobilieneigentümer, die eine solche Lösung in Betracht ziehen, kaum vergleichbar und wenig transparent. Oft dürfte zum Beispiel nicht klar sein, welche Folgekosten für die Eigentümer noch entstehen können, zum Beispiel für die Sanierung der Heizung. In einem ersten Schritt wäre es hilfreich, wenn unabhängige Checklisten für die Immobilienbesitzer zur Verfügung stünden, mit denen sie alle relevanten Faktoren überprüfen können. Außerdem sollten die Anbieter verständlich aufzeigen, mit welchen Abschlägen sie zum Beispiel künftige Sanierungen oder die zu erwartende Marktentwicklung in ihren Angeboten berücksichtigen.

Thomas Brummer war bereits für das Anlegermagazin "Der Aktionär" und das Verbraucherportal biallo.de tätig. Zudem hospitierte er in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf. Seit 2018 ist er Mitglied der Redaktion und seit 2020 als stellvertretender Chefredakteur für das Anlegerportal extraETF.com und das Extra-Magazin verantwortlich. Er verfasst zudem regelmäßig Beiträge auf geld-digital.de.