Laut Interhyp Bauzins-Trendbarometer bleibt die Corona-Pandemie marktbestimmend. In der zweiten Jahreshälfte könnten die Bauzinsen moderat steigen.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie halten die Zinsen für Immobiliendarlehen auch im Februar auf sehr günstigem Niveau. Die Konditionen für zehnjährige Darlehen liegen im Schnitt bei rund 0,8 Prozent, bei Bestanbietern sogar unter 0,5 Prozent. Darauf verweist Interhyp, Deutschlands größter Vermittler privater Baufinanzierungen. „Die Corona-Pandemie hat die Märkte fest im Griff. Die Zentralbanken setzen ihre lockere Geldpolitik fort und die wirtschaftliche Unsicherheit bewirkt weiterhin eine starke Nachfrage nach sicheren Anleihen und Pfandbriefen. In diesem Umfeld werden Bauzinsen in den nächsten Monaten günstig bleiben“, erklärt Mirjam Mohr, Vorständin Privatkundengeschäft von Interhyp.

Experten rechnen mit steigenden Bauzinsen

Im aktuellen Bauzins-Trendbarometer von Interhyp, einer monatlichen Umfrage unter den Experten von deutschen Kreditinstituten, gehen auf Halbjahres- und Jahressicht aber fünf von zehn Instituten von leicht steigenden Bauzinsen aus. Mögliche Konjunkturerholungen durch Impferfolge und Inflationserwartungen fließen in die Bewertung ein.

Die amerikanische Notenbank Fed und die Europäische Zentralbank EZB haben bei ihren ersten geldpolitischen Sitzungen Ende Januar ihren Kurs beibehalten und die Leitzinsen unverändert niedrig gehalten. Dass die geldpolitischen Schleusen weit geöffnet bleiben, ist laut Interhyp mit Blick auf die Corona-Krise wenig verwunderlich. Viele Regierungen haben die Lockdowns weltweit verschärft oder verlängert. „Auch wenn die Impfungen in vielen Ländern angelaufen sind, zeigen Virusmutationen und Infektionszahlen, wie unberechenbar die Pandemie bleibt“, sagt Mirjam Mohr.

Inflation könnte mehr in den Fokus rücken

Trotz der konjunkturellen Rückschläge durch die Lockdowns könnten die Inflationszahlen laut Interhyp künftig wieder mehr in den Fokus rücken. In Deutschland und Europa hatte sich die Teuerung zuletzt beschleunigt. In Verbindung mit Impferfolgen und einem konjunkturellen Aufschwung könnten die Zinsen im Jahresverlauf etwas zulegen. Aktuell aber ist das Aufwärtspotential begrenzt. Die Nachfrage nach deutschen Staatsanleihen, an deren Entwicklung sich die Bauzinsen orientieren, ist in den ersten Wochen des Jahres hoch geblieben und hat für anhaltend niedrige Renditen von rund minus 0,5 Prozent gesorgt. Interhyp rät angesichts der Finanzierungsbedingungen, die Rechnung „Kaufen statt Mieten“ aufzumachen. Kostenlose Online-Rechner können helfen herauszufinden, ob sich ein Immobilieninvestment individuell auf Dauer lohnt.

Thomas Brummer war bereits für das Anlegermagazin "Der Aktionär" und das Verbraucherportal biallo.de tätig. Zudem hospitierte er in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf. Seit 2018 ist er Mitglied der Redaktion und seit 2020 als stellvertretender Chefredakteur für das Anlegerportal extraETF.com und das Extra-Magazin verantwortlich. Er verfasst zudem regelmäßig Beiträge auf geld-digital.de.