Führende Banken wollen das digitale Bezahlen nun vorantreiben. Das geschieht unter dem Namen „European Payments Initiative“.

16 führende europäische Banken und Bankenverbünde haben sich für die Beteiligung an der kommenden Projektphase der European Payments Initiative – kurz EPI – ausgesprochen. In dieser Phase soll eine Interimsgesellschaft aufgebaut werden, die zum Ziel hat, in den nächsten Monaten die künftigen europäischen Bezahlverfahren zu definieren und den Aufbau der Zielgesellschaft für EPI vorzubereiten. Die Deutsche Kreditwirtschaft, die sich bereits erfolgreich an der Schaffung eines europäischen Zahlungsverkehrsraums SEPA (Single Euro Payments Area) beteiligt hat, unterstützt das Vorhaben aktiv.

Sicherheit soll bei Payment im Mittelpunkt stehen

Bei Überlegungen zu einer europäischen Bezahllösung müssen die Kundeninteressen, ein spürbarer Mehrwert sowie ein hohes Sicherheitsniveau im Mittelpunkt aller Überlegungen stehen. In der Coronakrise habe sich deutlich gezeigt, wie gut bargeldlose, kontaktlose und digitale Zahlungen funktionieren; diese Verfahren haben bei den Bürgerinnen und Bürgern an Beliebtheit enorm gewonnen. Das bestärkt laut Bankenverband alle Akteure in der Weiterentwicklung des bargeldlosen digitalen Zahlungsverkehrs. Beim europäischen Vorhaben EPI komme es jetzt primär darauf an, dass sich den bisher fünf Teilnehmerländern sukzessive alle EU-Mitgliedstaaten anschließen, um gemeinschaftlich eine im Interesse der europäischen Nutzer liegende Lösung zu finden.

Parallel läuft ein deutsches Projekt

Mit der European Payment Initiative geht auf bundesdeutscher Ebene das Projekt #DK (Digitale Kreditwirtschaft) einher. Ziel dieses Payment-Projekts ist es, Verbrauchern und Händlern sowohl im stationären Handel als auch im E-Commerce durch eine Bündelung der bestehenden Verfahren Vorteile in der Handhabung und eine höhere Wiedererkennbarkeit zu bieten. Die in #DK entwickelten Ansätze zahlen nach Ansicht des Bankenverbands voll auf die EPI-Zielsetzungen ein, denn die Zusammenführung der derzeit bestehenden nationalen Bezahlverfahren Paydirekt, Giropay und später auch Kwitt und die Girocard unter einer Marke bildet eine gute Ausgangsbasis für die spätere Integration in EPI.

Thomas Brummer war bereits für das Anlegermagazin "Der Aktionär" und das Verbraucherportal biallo.de tätig. Zudem hospitierte er in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf. Seit 2018 ist er Mitglied der Redaktion und seit 2020 als stellvertretender Chefredakteur für das Anlegerportal extraETF.com und das Extra-Magazin verantwortlich. Er verfasst zudem regelmäßig Beiträge auf geld-digital.de.