Wie das Nachrichtenportal Bloomberg meldet, arbeitet Auto1 künftig eng mit Deutsche Bank und Allianz zusammen. Wie der Online-Marktplatz für Fahrzeuge inzwischen bestätigte, gründen die Partner die Tochtergesellschaft Auto1 Fintech. Diese soll Händlern, welche die Autobörse nutzen, künftig digitale Kredite zur Zwischenfinanzierung und Versicherungen anbieten. Auf diese Weise sollen angeschlossene KFZ-Händler weniger Kapital in die Hand nehmen müssen und der gesamte Ankaufprozess beschleunigt und vereinfacht werden. Allianz, Deutsche Bank und Auto1 sollen an Auto1 Fintech gemeinsam mehr als fünfzig Prozent halten.

Blaupause für Deutsche-Bank-Digital-Strategie?

Ein ähnlicher Service der Zwischenfinanzierung von Fahrzeugen war bisher Vertragshändlern vorbehalten, welche solche Dienstleistungen über Hausbanken nutzen können. Dank der nun publik gewordenen Zusammenarbeit von Auto1 und den beiden Finanzkonzernen, werden freie Händler und Vertragshändler gleichgestellt.

Während die Allianz in den vergangenen Monaten mehrere Millionen Euro in aussichtsreiche Startups investiert hat, machte die Deutsche Bank zuletzt eher mit digitalen Fehlschlägen der Vergangenheit von sich reden. Die Zusammenarbeit mit Auto1 und Allianz könnte zeigen, wie die neue Digitalstrategie der Blaubanker künftig aussehen soll. Für die Allianz ist das Joint Venture mit Auto1 nur eine von mehreren Kooperationen. Zuvor hatte sich der Münchner Versicherer bereits an N26 (Digitalbank), American Well (Telemedizin), Bima (Mikroversicherer) und C2FO (Kreditvermittlung) beteiligt.

Markus Jordan ist Gründer und Herausgeber verschiedener Medien im Bereich Finanzen. Über die Firma Isarvest veröffentlicht er das EXtra-Magazin, das führende ETF-Magazin in Deutschland und Geld-Digital – das Verbraucherportal für digitale Finanzangebote. Er ist einer der führenden Experten auf diesem Gebiet.