Klassische Bankgeschäfte in der Filiale scheinen immer unbeliebter zu werden. Diesen Schluss lässt eine Studie der Beratungsgesellschaft Investors Marketing zum Filialabbau bei Banken und Sparkassen zu. Demnach könnte es 2025 nun noch rund 20.000 Zweigstellen geben – satte 34 Prozent weniger als noch Ende 2017. „Die Nutzung der Filiale durch die Kunden geht seit Jahren kontinuierlich zurück. Immer mehr Bankgeschäfte werden heute online oder am Automaten erledigt. Nur für Beratung bevorzugen die Kunden immer noch die Filiale. Das bringt die Filialbanken in eine schwierige Situation: Einerseits wollen sie weiterhin für ihre Kunden da sein, andererseits werden die vorhandenen Filialen heute schon zu wenig genutzt“, so Oliver Mihm, Vorstandsvorsitzender von Investors Marketing.

Die Kundenbindung entscheidet

Mihm rät den Banken dazu, die Kundenbindung auf andere Weise zu stärken, damit die Schließung von Filialen nicht als Rückzug vom Kunden empfunden wird. „Die Chance für Sparkassen und Genossenschaftsbanken ist, starke Beziehungen zu ihren Kunden aufzubauen und ihnen ein überzeugendes Kundenerlebnis zu bieten, das neben digitalen Kontakten auch auf die räumlich Nähe und die bekannten, persönlichen Ansprechpartner setzt. Dazu muss man aber nicht vom Kanal, sondern vom Kunden her denken. Hier können die Regionalbanken noch mehr tun, denn auf die emotionale Nähe kommt  es an“, schlussfolgert Mihm. Bereits 2016 zeigte eine Untersuchung von Marketforce, dass 84 Prozent der befragten britischen Banken es für wahrscheinlich halten, dass ihnen Kunden den Rücken kehren. Die Hälfte der Befragten machte damals mangelnde Kundenbindung für den drohenden Kundenschwund verantwortlich. Auch ein breiteres Produktangebot mittels Platform-Banking könnte dazu geeignet sein, Kunden stärker an ein Institut zu binden.

Schreibt seit 2006 über Finanzen und Börse. Neben Jobs für Anlegerzeitschriften, Finanzmagazine und Unternehmen aus der Branche beobachtet Nico für Geld-Digital.de seit 2018 spannende Fintechs aus dem deutschsprachigen Raum.