Mit LendstarGo mutiert die Lendstar-App zur Bezahllösung für den stationären Handel. Über die geplante Einführung und die Produktfunktionen sprechen wir mit Jennifer Fizia, Mitgründerin und Head of Communications bei der Lendstar GmbH.

Ihre Finanz-App Lendstar wird jetzt mit einer Bezahllösung für das Smartphone ausgestattet. Was veranlasste Sie dazu, was unterscheidet diese Lösung von anderen bereits existenten Bezahlsystemen?

Lendstar ist eine TÜV-zertifizierte App zum Geld senden, sammeln und Kosten teilen unter Freunden, Bekannten und anderen privaten Kontakten und zum mobilen Bezahlen. Schon heute kann man über die Lendstar-App Online-Shopping-Rechnungen zahlen, sein Handyguthaben aufladen oder Amazon- und Zalando-Guthaben kaufen – das sogar mit Cash-Bonus!

Nun haben wir LendstarGO, unsere Bezahllösung für den stationären Handel, hinzugefügt. Diese befindet sich aktuell noch in der Beta-Version. In kurzer Zeit werden unsere Nutzer in den ersten Geschäften mit LendstarGO zahlen können. Wir wollen, dass unsere Nutzer auf die bequemste, einfachste und sicherste Art mobil all ihre Transaktionen tätigen können – sowohl im privaten Umfeld, als auch im geschäftlichen. Der Schritt an den Point of Sale ist da die logische Weiterentwicklung unserer Lösung. Um dann z.B. im Coffee Shop zahlen zu können, brauchen Kunde und Händler nur die auf einem Smartphone installierte Lendstar-App. Die Händler profitieren von der Einfachheit der Lösung, da LendstarGO keiner technischen Integration bedarf. Zusätzlich zum reinen Bezahlen ermöglicht Lendstar die direkte Interaktion zwischen Kunde und Handel.  Der Händler kann so z.B. mit direktem Support Kundenbindung aufbauen, Vorbestellungen entgegennehmen und auf Angebote und Rabatte aufmerksam machen. Bereits jetzt können uns die Nutzer direkt in der App mitteilen, in welchen Shops, Restaurants, Geschäften sie zukünftig gerne mit LendstarGO zahlen würden.

Im Gegensatz zu den Niederlanden oder skandinavischen Ländern bevorzugt die Mehrheit der Deutschen eher noch Bargeld. Welche Argumente sprechen aus Ihrer Sicht für ein solches Bezahlsystem?

Die Unabhängigkeit vom Bargeld! Denn wer kennt es nicht: Man steht hierzulande z. B. beim Bäcker und das Bargeld reicht nicht für den Einkauf aus. Ärgerlich und unnötig. Es mangelt in Deutschland an vielen Stellen schlicht an der Möglichkeit anders, als in bar zu zahlen. Mit LendstarGO könnte der Kunde dennoch seine Brötchen und seinen Kuchen bezahlen und der Bäcker hätte den Rechnungsbetrag innerhalb weniger Stunden direkt auf seinem Geschäftskonto. Kein Aufwand, kein lästiges Wechselgeld und schneller geht es auch noch.

Mit LendstarGO haben Kunde und Händler zudem die Möglichkeit, sich direkt über die App auszutauschen. So kann der Kunde z. B. seinen Kaffee vorbestellen, direkt bezahlen und umgeht damit die lästige Warteschlange. Der Händler wiederum kann den Kunden kontaktieren und ihm z. B. spezielle Rabatte offerieren. Auch die Historie der getätigten Einkäufe bietet einen Vorteil gegenüber der Barzahlung.

Wie funktioniert das Bezahlen per Smartphone und was gibt es dabei alles zu beachten?

Sämtliche Transaktionen – egal, ob privat oder geschäftlich – laufen bei Lendstar immer direkt von Girokonto zu Girokonto. Dieses verbindet man einmalig mit der App und kann dann umgehend bezahlen. Beträge bis 30 Euro können per biometrischer Kennung (Fingerabdruck, Face ID etc) oder Code bestätigt werden, beim Senden größerer Beträge werden PIN und TAN eingegeben. Daher funktioniert das Geldsenden bei Lendstar auch ohne Limits. Die Zahlungen werden in der App angezeigt und können dort jederzeit verwaltet werden.

Wie sicher ist das Bezahlen per Smartphone? Was passiert, wenn ein anderer auf die Bezahlfunktion zugreift, das Handy gehackt wird oder wenn man das Smartphone verliert?

Zum einen kann die Lendstar-App natürlich mit einer Bildschirmsperre gesichert werden, zum anderen nutzen ja auch die meisten eine Sperrung des Smartphones selbst. Jede Transaktion muss bei Lendstar über eine biometrische Kennung, z.B. den Fingerabdruck, oder einen Code freigegeben werden. Nur der Eigentümer des Handys ist somit in der Lage eine Zahlung freizugeben. Größere Transaktion erfordern zusätzlich noch die Eingabe von PIN und TAN. Daher ist Lendstar letztendlich deutlich sicherer als Onlinebanking.

Wir speichern übrigens keine sensiblen Bankdaten wie die PIN o.Ä. Sollte das Telefon gestohlen werden oder verloren gehen, kann der Nutzer seinen Account jederzeit von uns fernsperren lassen. Unsere TÜV-Zertifizierung und unsere Partnerschaften mit diversen Banken zeigen, dass die Sicherheit der Daten unserer Nutzer für uns oberste Priorität hat.

Wie weit ist das Bezahlen per Smartphone jetzt schon möglich, wie sieht Ihre Zukunftsvision für den Einkauf in zehn Jahren aus?

Vieles kann heute schon mobil mit dem Smartphone bezahlt werden. Schauen Sie sich nur den Online-Handel an: Da sitzt man in der U-Bahn und bestellt Kleidung, Lebensmittel, Blumen und zahlt den Einkauf auch sofort. Gerade die jüngeren Generationen legen Wert auf die Möglichkeit Zahlungen tätigen zu können – egal wann, egal wo. Dieser Trend wird sich unweigerlich fortsetzen. Und natürlich wird man auch beim oben erwähnten Bäcker mobil bezahlen können. Unsere Vision vom Bezahlen ist, dass man die Freiheit hat selber zu entscheiden, wie man bezahlt. Wer mobil bezahlen will, soll das überall machen können. Wer bar bezahlen will, hat ja heute schon entsprechende Freiheiten.

Es gibt ja verschiedene Bezahlsystem-Apps. Muss der Käufer dann für jeden Händler eine eigene App herunterladen oder sehen Sie dabei eher eine Einigung auf ein einheitliches Bezahlsystem?

Es macht aus Kundensicht sicher keinen Sinn, dass er für jeden Händler eine separate App benutzen muss. Daher wäre ein gemeinsamer Standard wünschenswert und wir sterben diesen auf jeden Fall an. Wir wollen erreichen bei möglichst vielen Händlern verfügbar zu sein, um unseren Nutzern eine große Auswahl geben zu können.

Lesen Sie auch unseren umfangreichen Testbericht über die Lendstar-App. Weitere Testberichten über digitale Finanzangebote finden Sie in der Rubrik Testberichte.

Markus Jordan ist Gründer und Herausgeber verschiedener Medien im Bereich Finanzen. Über die Firma Isarvest veröffentlicht er das EXtra-Magazin, das führende ETF-Magazin in Deutschland und Geld-Digital – das Verbraucherportal für digitale Finanzangebote. Er ist einer der führenden Experten auf diesem Gebiet.