Aktien und ETFs handeln und dafür unabhängig von der Ordergröße nur einen Euro bezahlen? Was für engagierte Privatanleger noch vor einigen Jahren undenkbar war, will Trade Republic bald wahr machen und hat für interessierte Kunden eine Warteliste eröffnet. Das Berliner Fintech mit deutscher Banklizenz bietet eine App, mit der 6.100 deutsche und internationale Aktien sowie 250 ETFs provisionsfrei gehandelt werden können. Lediglich ein Euro pro Transaktion fällt für Fremdgebühren an. „Wertpapierhandel ist in Deutschland immer noch teuer, kompliziert und unkomfortabel. Das wollen wir ändern“, sagt Christian Hecker, Gründer der Trade Republic. „Wertpapierhandel ist ein zutiefst mobiles Produkt  und gehört auf das Handy. Durch den Einsatz moderner Technologie befreien wir die Anleger von hohen Kosten. Unsere App ist leicht verständlich und ermöglicht es den Menschen, ihr Geld einfach und bequem am Kapitalmarkt anzulegen und jederzeit an jedem Ort zu handeln.“ Neben den zehn Millionen Anlegern will Trade Republic bewusst auch Neulinge auf dem Börsenparkett ansprechen. Dazu hat man beim Design der App nach eigenen Angaben auf eine einfache Handhabung geachtet.

Online-Broker sino bringt Erfahrung ein

Trade Republic bietet kostenlose Echtzeit-Daten, Preisalarme und Push-Nachrichten und arbeitet mit dem Handelsplatz LS Exchange zusammen. Die Spreads, also die An- und Verkaufskurse, sind sofern verfügbar, an die Spreads der bekannten elektronischen Börse Xetra gebunden. Auf diese Weise sollen Kunden von Trade Republic zumindest bei liquiden Werten auf eine gute Handelbarkeit zählen können.

Als in Deutschland regulierte Bank will Trade Republic seinen Kunden den gesamten Service bieten, automatisch Steuern abführen, Kapitalmaßnahmen bearbeiten und Einladungen zu Hauptversammlungen verschicken. Anker-Investoren, wie der Onlinebroker sino, bringen ihre Erfahrungen rund um Online-Brokerage und Regulatorik beim Fintech ein und stellen in der Anfangsphase in Person von Ingo Hillen und Karsten Müller die Geschäftsführung bei Trade Republic.

Anleger die an das Geschäftsmodell der Trade Republic glauben können sich bereits heute indirekt über Aktien der Sino AG an dem Unternehmen beteiligen. Laut Unternehmensmeldung vom 19.12.2018 ist die Sino AG über die Sino Beteiligungen GmbH zu rund 55 Prozent an Trade Republic beteiligt. Die Sino AG ist wiederum unter der Wertpapierkennnummer 576550 an den Börsen Frankfurt, Stuttgart, München, Düsseldorf und Berlin notiert, allerdings nicht sehr liquide.

Schreibt seit 2006 über Finanzen und Börse. Neben Jobs für Anlegerzeitschriften, Finanzmagazine und Unternehmen aus der Branche beobachtet Nico für Geld-Digital.de seit 2018 spannende Fintechs aus dem deutschsprachigen Raum.