Bereits im Jahr 2000 rief man bei der Deutschen Bank mit der Initiative „Global E“ das digitale Zeitalter aus. Seitdem gab es beim größten deutschen Bankhaus eine ganze Reihe ähnlicher Aufbrüche und Initiativen. Seit dieser Woche ist mit „Yunar“ ein neues digitales Angebot am Start. Zunächst als Sammelstelle für Kunden-Bonusprogramme gedacht, soll „Yunar“ nach und nach zur virtuellen Geldbörse werden. Die Deutsche Bank will dabei verschiedene Technologien einsetzen und auf der offenen Plattform auch mit externen Partnern zusammenarbeiten.

„Frische Ideen“ für Bankkunden

Hinter „Yunar“ steckt ein Startup mit eigenem Management und achtzig Mitarbeitern – in erster Linie IT-Spezialisten. Um zügig wachsen zu können, verzichtet das Deutsche-Bank-Startup auf eine Banklizenz. Stattdessen setzt das „Yunar“-Team auf eine sogenannte ZAG-Lizenz und agiert als regulierter Zahlungsdienstleister. „Mit dieser App wird der Ausbau unseres Plattform-Angebots noch einmal deutlich Fahrt aufnehmen. Frische Ideen, die das Leben für Bankkunden leichter machen, werden künftig schneller Wirklichkeit werden – unabhängig davon, ob wir sie allein oder mit Partnern umsetzen“, erklärt Markus Pertlwieser, Digitalchef des Privat- und Firmenkundengeschäfts der Deutschen Bank das Konzept hinter „Yunar“.

Weitere Funktionen geplant

Interessierte Nutzer können sich für die App anmelden, ab 2019 soll diese dann für alle gängigen Smartphone-Plattformen frei verfügbar sein. Dann sollen neben dem Verwalten von Kunden- und Bonuskarten, die „Yunar“ schon heute in physischer Form überflüssig macht, weitere Funktionen folgen. Denkbar sind mobiles Bezahlen und Zugriff auf das Bankkonto. Im Projekt involvierte Deutsche-Bank-Mitarbeiter zeigten sich bereits unmittelbar nach Bekanntgabe des „Yunar“-Projekts erwartungsvoll und deuteten zahlreiche weitere Funktionen an. Es scheint, als habe die Deutsche Bank achtzehn Jahre nach „Global E“ den richtigen Schritt ins digitale Zeitalter gemacht.

Schreibt seit 2006 über Finanzen und Börse. Neben Jobs für Anlegerzeitschriften, Finanzmagazine und Unternehmen aus der Branche beobachtet Nico für Geld-Digital.de seit 2018 spannende Fintechs aus dem deutschsprachigen Raum.