Die EXEC fintech Konferenz hat sich in den vergangenen vier Jahren zu dem wichtigsten Treffpunkt der europäischen Fintech-Szene entwickelt. Dort trifft sich die Szene und Firmenvertreter kommen mit Startup-Gründern und Investoren in Kontakt. Geld-Digital hat dazu mit Robbie Bouschery dem Veranstalter der Konferenz gesprochen.

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Am Fintech-Markt ist es schwer, den Überblick zu behalten. Was sind derzeit besonders vielversprechende Ideen, die dem Verbraucher das Leben schon bald leichter machen könnten?

Eines der aus meiner Sicht momentan spannendsten Projekte aus Deutschland ist YES. Das Team, was u.a. in Rösrath bei Köln sitzt und momentan noch relativ unter dem Radar fliegt entwickelt einen neuen ID-Dienst. Das Prinzip dahinter ist quasi ein „Facebook-Connect“, also universeller Login Dienst aber auf Basis des Bankkontos. Der Start von YES wird wohl mit der Sparkasse sein. Dann haben also bald die Sparkasse Onlinebanking Kunden sich für andere Dienste über ihr bestehendes Bankkonto zu registrieren und zu identifizieren. Das hat dann für den Kunden u.a. den Vorteil, dass man nicht immer wieder neue KYC Verfahren durchlaufen muss und einen zentralen Ort bei seinem Bankinganbieter hat, wo man seine Daten und die Zugriffsrechte darauf verwaltet.

Gibt es eigentlich in der noch jungen Szene auch schon Trends, die verpufft sind und sich als doch nicht so interessant herausgestellt haben?

Robbie Bouschery EXEC Fintech
Robbie Bouschery, Manging Director EXEC Fintech

Bei einzelnen Themen gibt es natürlich immer mal wieder Phasen des Hypes, der dann aber auch oft wieder abflacht. Für mich ist der große „Trend“, der verschwunden ist der Begriff Disruption. Während sowohl die Startups vor einigen Jahren oft noch verlauten ließen in ihrem Thema die alteingesessenen Spieler zu „disrupten“ und diese Spieler sich teilweise ernste Sorgen machten, so sind die Töne mittlerweile deutlich milder geworden. Schon 2017 war das viel größere Thema Kooperation und in letzter Zeit kann man sich vor PR-Meldungen kaum mehr hüten, in denen sich Startups und Konzerne mit jeweiligen Kooperationen schmücken.

Wenn Sie eine Prognose wagen möchten: Wie viele Prozent der Fintechs wird es in fünf Jahren noch geben?

Das ist natürlich immer die „Millionen-Dollar-Frage“ – ich würde grob 50 Prozent sagen. Zum einen werden einige Spieler es nicht schaffen, langfristige Geschäftsmodelle aufzubauen, zum anderen wird es aber vor allem zu Konsolidierungen und Kräftebündlungen kommen. Noch mehr als jetzt schon werden hierbei sowohl Fintechs fusionieren, als auch die großen Konzerne einige der dynamischen Startups vom Markt wegkaufen und integrieren.

Zu Ihrer Veranstaltung „EXEC“ trifft sich mit der Deutschen Bank oder Münchner Rück auf der einen und mit Scalabe Capital und N26 auf der anderen Seite „Alt“ und „Jung“. Ist es das, was die „EXEC“ ausmacht?

Ja, das ist Teil des Charmes. Wir haben mit unseren EXEC Veranstaltungen immer darauf acht gegeben, dass ein guter Mix an Teilnehmern besteht. Uns ist aber vor allem wichtig, den Teilnehmern, gerade auf Grund ihrer Unterschiedlichkeit, eine Atmosphäre zu bieten, in der qualitatives Netzwerken und „Voneinander-Lernen“ stattfinden kann. Diese Atmosphäre erzeugen wir zum Beispiel mit unseren House-Rules: „Duzen statt Siezen“, „kein Bullshit“ (konzentrierte Themen in der Agenda und der Aufruf an alle, ehrlich zueinander zu sein), „keine VIPs“ (wir verzichten bewusst auf Backstage Bereiche und Speaker Lounges – jeder Teilnehmer ist für uns gleich viel wert), und „Erst Geben, dann Nehmen“.

Haben Sie ein Lieblings-Fintech-Unternehmen?

Spannend finde ich sehr viele Konzepte – aus privater Perspektive ist wohl N26 mein Liebling – ich bin seit Ende 2014 Kunde und finde die gesamte Nutzererfahrung und die ständige Weiterentwicklung des Produkts durch Integrationen nach wie vor super. Vom schnellen Geld schicken unter N26 Nutzern bis zur Integration von Barzahlen und der Möglichkeit darüber z.B. im Supermarkt Geld einzuzahlen und abzuheben nutze ich die Services dieses Fintechs wahrscheinlich am regelmäßigsten.

Die EXEC Fintech findet vom 21.3. – 22.3. in Berlin statt. Auf der Event-Seite der EXEC Fintech finden Sie die Agenda der Konferenz, zudem können dort Tickets mit einem Geld-Digital Sonderrabatt in Höhe von 10 Prozent erworben werden. Der Code dazu lautet: „10FORFRIENDS“.

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Markus Jordan ist Gründer und Herausgeber verschiedener Medien im Bereich Finanzen. Über die Firma Isarvest veröffentlicht er das EXtra-Magazin, das führende ETF-Magazin in Deutschland und Geld-Digital – das Verbraucherportal für digitale Finanzangebote. Er ist einer der führenden Experten auf diesem Gebiet.