Bereits in der vergangenen Woche zeigte eine Studie der Unternehmensberatung PwC, dass immer mehr etablierte Finanzunternehmen auf Kooperationen mit Fintechs setzen. Ganz weit vorne dabei Unternehmen wie Commerzbank, Deutsche Bank oder Allianz. Doch auch kleinere Privatbanken verfolgen eine Digital-Strategie. Die Hamburger Sutor Bank zog kürzlich nach fünf Jahren „Fintech-Strategie“ ein zufriedenes Fazit: Dank vierzehn Partnerschaften mit Fintechs habe die Sutor Bank bereits 150.000 Kunden gewonnen – Tendenz dynamisch steigend. „Die gesamte Finanzindustrie befindet sich aktuell in einem durch Technologie-Innovationen beschleunigten Umbruch. Der derzeitige strategische Imperativ heißt: Betreibe Plattform-Banking“, erklärt Robert Freitag, geschäftsführender Gesellschafter der Sutor Bank. Beim Plattform Banking entwickelt Partner auf gemeinsamen Plattformen neue Geschäftsmodelle oder fügen bestehende Produkte nach dem Vorbild von Amazon Partner-Plattformen hinzu.

Blockchain als Thema der Zukunft

Inzwischen arbeite die Sutor Bank mit verschiedenen Fintechs aus unterschiedlichen Branchen zusammen. Konkret handle es sich um acht Unternehmen aus dem Bereich Sparen und Anlegen, ein Kredit-Fintech, drei Payment- und Banking-Startups sowie zwei Krypto-Unternehmen. Bislang erweisen sich diese Kooperationen laut der Sutor Bank als fruchtbar: „Drei dieser Kooperationen mit einem etablierten Digitalunternehmen, einer Versicherung und sogar einer Bank sind entstanden, weil sie Lösungen unserer Fintech-Partner inklusive der Sutor-Bank-Anbindung eingekauft und integriert haben. Diese Art von Dreieckskooperationen werden künftig öfter entstehen“, sagt Robert Freitag. Aktuell evaluiert die Hamburger Bank, die eigens eine Business Development Unit gegründet hat, ein stärkeres Engagement im Bereich der Kryptowährungen. „Hier sind wir in einer ähnlichen Situation wie vor fünf Jahren, als die Zusammenarbeit mit unregulierten Partnern begann“, so der geschäftsführende Gesellschafter der Sutor Bank.

Schreibt seit 2006 über Finanzen und Börse. Neben Jobs für Anlegerzeitschriften, Finanzmagazine und Unternehmen aus der Branche beobachtet Nico für Geld-Digital.de seit 2018 spannende Fintechs aus dem deutschsprachigen Raum.