Blockchain ist seit Monaten in aller Munde. Der britische Bankenriese HSBC und die niederländische ING wollen die Technik künftig nutzen. Die beiden Banken haben laut einem Handelsblatt-Bericht eine Blockchain-Plattform eingesetzt, um einen Kreditbrief eines Importeurs an einen Exporteur zu senden. Bei dem Geschäft ging es um eine Sojabohnen-Lieferung der US-Firma Cargill von Argentinien nach Malaysia. Laut HSBC habe der Ablauf statt der üblichen fünf bis zehn Tage lediglich 24 Stunden gedauert. Die Sendung des Dokuments lasse sich komplett nachverfolgen und reproduzieren. Die Blockchain sei dadurch reif für den kommerziellen Einsatz.

Sollte sich die neue Technik behaupten, könnte sie den neun Billionen Dollar großen Markt für Handelsfinanzierung wesentlich effizienter machen, vermutet das Handelsblatt. Bis dato ziehen Exportgeschäfte einen hohen Einsatz von papiergedruckten Dokumenten nach sich. Das müsste Dank Blockchain nicht mehr sein. Denn eine sichere Abwicklung sei auch digital möglich.

Im Fall von HSBC wurde das Geschäft über Corda-Plattform des Blockchain-Konsortiums R3 abgewickelt. Es gibt jedoch daneben zahlreiche weitere Plattformen, was gleichzeitig ein Problem darstellt: Um einen reibungslosen Ablauf gewährleisten zu können, müssten alle Beteiligten auf dieselbe Plattform zurückgreifen. „Der nächste Schritt ist, dass so viele Teilnehmer wie möglich die Plattform nutzen“, sagte deshalb Vivek Ramachandran, Innovationschef der Geschäftsbank bei der HSBC, der „Financial Times“.

Blockchain: Auch andere Banken sind dabei

Die Blockchain-Technik birgt enormes Sparpotenzial. Daher interessieren sich einige weitere Geldhäuser für die Blockchain. So hatte bereits im Januar die ING gemeinsam mit der ebenfalls niederländische ABN Amro und der französischen Société Generale ein Blockchain-Projekt umgesetzt. Es ging damals um die Handelsdokumente zu einer Sojabohnen-Lieferung aus den USA nach China, die über die Blockchain-Plattform ETC vonstatten ging.

Auch die Deutsche Bank setzt auf Blockchain

Sieben Banken, darunter die Deutsche Bank, haben sich an einer wieder anderen Blockchain-Plattform beteiligt. Diese hört auf den Namen „We.trade“, die aus der Initiative Digital Chain Trade (DTC) hervorging. Hinter der Technik steht mit IBM ein etabliertes US-Technologieunternehmen. Die IBM-Plattform soll es mittelständischen Unternehmen erleichtern, Handelsfinanzierung zu bewerkstelligen.

Markus Jordan ist Gründer und Herausgeber verschiedener Medien im Bereich Finanzen. Über die Firma Isarvest veröffentlicht er das EXtra-Magazin, das führende ETF-Magazin in Deutschland und Geld-Digital – das Verbraucherportal für digitale Finanzangebote. Er ist einer der führenden Experten auf diesem Gebiet.