Die auf Selbständige spezialisierte Smartphone-Bank Holvi führt eine deutsche Zahlungsstelle ein und bietet ihren Kunden künftig auch eine deutsche IBAN. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat den Schritt bereits genehmigt. Gleichsam plant Holvi, das Team am Standort Berlin auszubauen. Nach eigenen Angaben reagiert die Bank damit auf die zunehmende IBAN-Diskriminierung. „Freiberufler, Selbstständige, Kleinunternehmer und Start-ups ohne deutsche IBAN haben nach wie vor Schwierigkeiten, wenn sie ausländische Kontonummern für Zahlungsvorgänge verwenden möchten. Diese werden abgelehnt, sind aufgrund voreingestellter Länderkürzel nicht nutzbar oder mit zusätzlichen Gebühren belegt“, erklärt Antti-Jussi Suominen, CEO von Holvi. „Dies ist ein klarer Verstoß gegen Artikel 9 der Verordnung. Die EU-Kommission muss Maßnahmen ergreifen, um diese Verstöße zu beheben und Mitgliedstaaten dabei helfen, dass die SEPA-Verordnung korrekt angewandt wird.“

Digitale Geschäftskonten als Wachstumsfeld

Beim Wechsel auf die deutschen IBANS wird es für Holvi-Nutzer eine Übergangsphase geben. Nach eigenen Angaben hat Holvi inzwischen mehr als 150.000 Kunden, wovon vierzig Prozent in Deutschland leben. „Wir sehen, dass die Nachfrage nach digitalen Geschäftskonten europaweit zunimmt. Das wundert uns nicht, denn traditionelle Finanzinstitute haben dieses Marktsegment in der Vergangenheit vernachlässigt beziehungsweise überhaupt nicht bedient“, erklärt Suominen. Holvi bietet neben einem Konto auch Features, wie Einnahmen- und Ausgabenmanagement, Rechnungen, einen Online-Shop sowie eine Business-Mastercard.

Schreibt seit 2006 über Finanzen und Börse. Neben Jobs für Anlegerzeitschriften, Finanzmagazine und Unternehmen aus der Branche beobachtet Nico für Geld-Digital.de seit 2018 spannende Fintechs aus dem deutschsprachigen Raum.