Das Portal „Finanz-Szene.de“ berichtet, hat die ING-Diba die Online-Kreditplattform Lendico übernommen. In dem Artikel heißt es weiter, die Übernahme sei Ende vergangener Woche beim Bundeskartellamt angemeldet worden. Eine Diba-Sprecherin soll diese Informationen bereits bestätigt haben. Weitere Details zum Kauf sind indes nicht bekannt.

Wachsendes Kreditgeschäft

Bei Deutschlands größter Direktbank hat jüngst mitunter das wachsende Kreditgeschäft zu einem Rekordergebnis beigetragen. Das Geschäft mit Verbraucherkrediten lief 2017 – auch durch die gute Konjunktur in Deutschland – sehr erfolgreich. 2017 konnte der Bereich um 16 Prozent zulegen, 2016 verzeichneten die Frankfurter bereits ein Plus von 14 Prozent. Damit stieg das Bestandsvolumen von Verbraucherkrediten um eine Milliarde Euro auf gut 7,5 Milliarden Euro.

Durch die Übernahme von Lendico dürfte sich die ING-Diba verstärkt dem Thema Kredite widmen. Lendico, 2013 als Start-up-Schmiede von Rocket Internet ins Leben gerufen, vermittelt sowohl Firmen- als auch Privatkredite. Das Unternehmen will eine Vielzahl von Anlegern zusammenbringen, die ihr Geld an Unternehmen verleihen möchten. Auch Privatleute können fündig werden, etwa wenn es um die Finanzierung eines Möbelkaufs oder Autos geht. Das Hauptaugenmerk von Lendico liegt aber auf Darlehen für kleinere und mittlere Unternehmen.

Nur wenige Monate zuvor signalisierte die ING-Diba, dass sie für Fintech-Unternehmen offen ist. Zu nennen sind hier etwa die Kooperation mit dem Robo-Advisor-Anbieter Scalable Capital, aber auch die Zusammenarbeit mit dem digitalen Versicherungsmakler Clark.

380 Millionen Euro für Interhyp

Doch das wesentlich größere Geschäft aus Sicht der ING-Diba ist mit 69,3 Milliarden Euro im Jahr 2017 weiterhin der Bereich der Baufinanzierung, der jedoch mit einem Zuwachs von zwei Prozent weniger stark zulegen konnte. In diesem Bereich streckte die ING-Diba vor knapp zehn Jahren die Fühler aus. Die Direktbankbank hat damals den Immobilienkreditvermittler Interhyp übernommen. 91,92 Prozent der Interhyp-Anteile sollen der ING-Diba damals rund 380 Millionen Euro wert gewesen sein. Heute ist der Finanzdienstleister mit Sitz in München bundesweit der größte Vermittler für Baufinanzierungen. Bis zur Übernahmen durch die ING-Diba war Interhyp im SDax gelistet.

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Markus Jordan ist Gründer und Herausgeber verschiedener Medien im Bereich Finanzen. Über die Firma Isarvest veröffentlicht er das EXtra-Magazin, das führende ETF-Magazin in Deutschland und Geld-Digital – das Verbraucherportal für digitale Finanzangebote. Er ist einer der führenden Experten auf diesem Gebiet.