Als Nachrichten- und Informationsportal rund um Fintechs erreichen uns täglich zahlreiche Pressemitteilungen. Darin findet sich neben wichtigen Neuerungen der Branche auch manches Non-Event. Der Umzug in neue Räumlichkeiten oder der neue Marketing-Chef? Für unsere Leser eher weniger relevant. Selbst Produktneuerungen kommen manchmal so simpel daher, dass sich eine Meldung dazu auf den ersten Blick nicht lohnt. Wie zuletzt bei N26 (Zum Testbericht) geschehen. Die Digitalbank funktioniert jetzt auch im Webbrowser. Was zunächst nach 1998 klingt, entpuppt sich vor allem im Spiegel zur Konkurrenz als echte Innovation.

N26 hat seinem Frontend nämlich einen „Discreet Mode“ spendiert, der Bankgeschäfte im Großraumbüro ermöglichen soll und sensible Informationen, wie etwa den Kontostand, ausblendet. Ein „Dark Mode“ soll gestressten Digital Natives dabei helfen, nach Feierabend um Mitternacht noch schnell und möglichst schonend für die Augen das eigene Konto zu checken. Das alles sind nette Features, die zwar keine neuen Kunden zu N26 locken werden, aber zeigen, worauf es bei der Entwicklung neuer Produkte auch ankommt.

Während sich viele etablierte Banken hinter dem Schlagwort der Digitalisierung verstecken, sind sinnvolle Innovationen oftmals so nah. Einen Modus für diskrete Bankgeschäfte am Laptop sollte es seit Jahren auch bei anderen Banken geben. Dass diese Neuerung N26 eine Pressemitteilung wert war, zeigt, wie verkrustet die Finanzbranche tatsächlich ist und wie viel Potenzial für Innovationen noch immer besteht.