Facebook muss nach Ansicht von Zentralbanken und dem Internationalen Weltwährungsfonds (IWF) vor einer möglichen Einführung seiner Digitalwährung Libra noch viele Hürden überwinden.

Digitales Geld sei zwar geeignet, Überweisungen schneller und günstiger zu machen – es gebe aber auch ernste Risiken, betreffend Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung, Datensicherheit oder Steuern. Dies erklärte eine Arbeitsgruppe der G7-Zentralbanken und des IWF heute auf der Tagung der Finanzminister der wichtigsten Industriestaaten in Chantilly bei Paris. Bemängelt wurde auch der bisherige Kontakt der Libra-Initiatoren zu den Behörden. Dieser müsse noch enger sein, wenn ein Unternehmen auf Genehmigung einer solchen Krypto-Währung hoffe. Bei der Gruppe der G7-Staaten stoßen die Libra-Pläne allgemein auf große Vorbehalte.

Bedenken zu Libra

Das Projekt löse ernsthafte regulatorische und systemische Bedenken aus, hieß es. Digitalwährungen wie Libra müssten die höchsten regulatorischen Standards erfüllen. Sie dürften auf keinen Fall die Stabilität des Finanzsystems gefährden. François Villeroy de Galhau, Ratsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB), sagte, die Sicherheit der Verbraucher sei wichtig. Die Finanzregulierer verlangten bis Oktober Antworten von Facebook auf ihre Bedenken gegenüber Libra. Bundesbankpräsident Jens Weidmann sieht unter bestimmten Bedingungen größeres Potenzial für Digitalwährungen. „Wenn sie halten, was sie versprechen, könnten sie für Endverbraucher durchaus attraktiv sein“, sagte er. Weidmann wies aber auch auf die vielfältigen Risiken hin. Der Bankenverband betonte in einem Blog-Beitrag, die weltweit lebhafte Debatte zwinge Notenbanken, Aufsicht und Gesetzgeber verstärkt über die künftige Rolle des digitalen Geldes im Wirtschafts- und Finanzsystem nachzudenken. „Sollte Libra Realität werden, wäre es gewiss ein potentiell starker Wettbewerber für die Banken im Zahlungsverkehr“, hieß es.