Crowdinvesting lohnt sich. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der auf Startup-Investments spezialisierten Plattform Seedmatch und der Universität Oldenburg. Konkret hätte sich für Anleger eine Rendite von 15 Prozent jährlich ergeben, wenn sie in alle 68 Finanzierungsrunden zwischen 2011 und 2014 auf Seedmatch investiert und diese Investments bis Ende 2017 gehalten hätten. Insgesamt wären dazu bei einem Mindestanlagebetrag von 250 Euro 17.000 Euro notwendig gewesen. Die Studie vergleicht die errechnete Rendite mit anderen Anlageformen, wie einem DAX-ETF (13% p.a.), einem MSCI-World-ETF (10% p.a.) oder Gold (-10,5% p.a.), weist aber darauf hin, dass sich ein Vergleich schwierig gestaltet. Während beispielsweise DAX-Anleger die Rendite von 13 Prozent jährlich unabhängig vom Investitionsbetrag erzielen konnten, mussten Crowdinvestoren jede Finanzierungsrunde mitmachen, um die Rendite zu erreichen.

Streuen oder Selektieren ist alles

Wer als Crowdinvestor nicht stark diversifizieren kann, erhöht sein Risiko. Im Untersuchungszeitraum fielen vierzehn Prozent der finanzierten Unternehmen aus und schlitterten in die Pleite. Weitere 26 Prozent der im Untersuchungszeitraum finanzierten Startups gelten laut Seedmatch als Wackelkandidaten. Diese Unternehmen befinden sich bereits in einem Insolvenzverfahren oder eine Liquidation steht unmittelbar bevor. Diesen Negativ-Beispielen stehen zwar auch Unternehmen gegenüber, die Investoren dank ihrer guten Entwicklung Bonuszinsen ausgeschüttet haben, doch zeigt insbesondere die Quote der Ausfälle und der Unternehmen in Schieflage, dass Crowdinvesting vor allem dann eine herausfordernde Investitionsform ist, wenn Anleger nicht breit streuen oder aber Geschäftsmodelle qualifiziert bewerten können.

Schreibt seit 2006 über Finanzen und Börse. Neben Jobs für Anlegerzeitschriften, Finanzmagazine und Unternehmen aus der Branche beobachtet Nico für Geld-Digital.de seit 2018 spannende Fintechs aus dem deutschsprachigen Raum.