Während der vergangenen zwanzig Jahre haben sich zwei Trends gegenseitig verstärkt, deren Folgen selbst heute nicht vollständig absehbar sind: die Digitalisierung und die Globalisierung. Informationen sind schnell überall verfügbar und die Welt rückt näher zusammen.

Die Bankbranche hat sich lange dagegen gesträubt, die Zeichen der Zeit zu erkennen. Doch das Verhalten der Kunden ist eindeutig: Wir alle informieren uns im Internet, nutzen Smartphones als Alltagshelfer, kommunizieren über soziale Netzwerke und machen die Welt auf diese Weise zu einem virtuellen Dorf. Unternehmen aus dem Finanzsektor, wie beispielsweise Banken, müssen sich ihren Kunden anpassen, um langfristig überleben zu können. Digitale Lösungen sind daher für die Branche das Gebot der Stunde.

Kunden sind bereits in der digitalen Zukunft angekommen

Erinnern Sie sich noch an die Jahre nach der Jahrtausendwende? Apple brachte mit seinem iPod ein digitales Abspielgerät für Musik auf den Markt und startete zugleich mit iTunes eine digitale Downloadplattform für Inhalte. Zu dieser Zeit hießen die Platzhirsche im Musik-Business Sony oder Warner und verkauften in erster Linie CDs. Und heute? Apple gilt als größter Player im Musikgeschäft. Streaming-Dienste wie Spotify bieten Musik zum Pauschalpreis und nahezu jedes Technologie-Unternehmen hat einen ähnlichen Streaming-Dienst im Angebot. Und wo sind die Parallelen zur Finanzindustrie? Wenn etablierte Unternehmen die Digitalisierung nicht für sich nutzen, werden Startups mit Hilfe digitaler Technologie bessere Produkte erschaffen und Finanzkonzernen Marktanteile abjagen.

Bereits heute zeigt der Erfolg zahlreicher Fintechs, wohin die Reise auch für Banken geht: Finanz-Produkte der Zukunft müssen leicht verständlich, überall verfügbar und einfach zu nutzen sein. Besuche beim Bankberater, wie sie noch vor Jahren üblich waren, gehören nicht zur klassischen Nutzer-Erfahrung, die sich moderne Kunden wünschen. Statt förmlicher Beratungsgespräche vor Vertragsabschluss sind ungezwungene und dafür regelmäßige Beratungen bei Bedarf angesagt. Ob per Telefon, Video-Schalte oder auch per Chat. An Stelle jährlicher Steuerbescheinigungen und Ertragsaufstellungen rücken zunehmend tagesaktuelle Vermögensberichte, die optisch ansprechend aufbereitet sind und die sich jederzeit per Smartphone oder PC abrufen lassen.

Blockchain wird Kosten senken

Doch nicht nur das klassische Bankgeschäft verändert sich durch die Digitalisierung. Fintech-Startups nehmen ihren Nutzern zunehmend auch lästige Alltagsaufgaben ab. Ob es darum geht, wie bei savedroid im Alltag ein paar Euro zur Seite zu legen oder dank Clark Überblick über Versicherungsverträge zu haben – digitale Lösungen erleichtern Nutzern den Umgang mit den persönlichen Finanzen und werden sich deshalb auch durchsetzen.

Viele klassische Finanzkonzerne haben inzwischen erkannt, dass ihre Branche im Zuge der Digitalisierung vor einem Umbruch steht. Diesen Wandel aktiv zu begleiten und sich ergebende Chancen zu nutzen, lohnt sich selbst für etablierte Milliarden-Unternehmen. Beispielsweise gilt die Blockchain-Technologie, bei der dezentral gespeicherte Datenbanken Sicherheit mit Effizienz vereinen, als Zukunftstechnologie schlechthin. Prognosen des Digital Transformation Institute (DTI) und der Beratungsgesellschaft Capgemini gehen davon aus, dass je Kunde jährlich 450 Euro an Gebühren für Finanzprodukte gespart werden könnten, würde Blockchain konsequent umgesetzt.

Warum digitale Finanzprodukte die Zukunft sind

Während der Niedrigzinsphase haben viele Sparer und Anleger gelernt, bei Gebühren auf die Nachkommastelle zu achten. Da digitale Lösungen nutzerfreundlich, effizient und preiswert zugleich sind, spricht vieles für deren langfristigen Erfolg. Während sich Banken und Versicherungen langsam auf die Zukunft vorbereiten und Schlüsseltechnologien wie Blockchain nach und nach umsetzen, gibt es eine Reihe Fintechs, die mit smarten Produkten schon heute die Welt für alle, die sich mit Finanzen auseinander setzen, ein Stück einfacher machen. Um diesen Prozess zu verfolgen und zu dokumentieren, gibt es nun das Portal geld-digital.de.

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Markus Jordan ist Gründer und Herausgeber verschiedener Medien im Bereich Finanzen. Über die Firma Isarvest veröffentlicht er das EXtra-Magazin, das führende ETF-Magazin in Deutschland und Geld-Digital – das Verbraucherportal für digitale Finanzangebote. Er ist einer der führenden Experten auf diesem Gebiet.