Um Geschäfte online rechtssicher abschließen zu können, ist die digitale Identifikation von Kunden entscheidend. Was ID-Pionier WebID darüber hinaus bietet und welche Rolle die weitere Expansion für das Unternehmen spielt, beantwortet WebID-Co-CEO Frank S. Jorga im Interview.

Warum nutzen viele Banken und andere Unternehmen Dienstleister wie WebID? Können das die Banken nicht selbst machen?

Im Bereich der digitalen Identifizierung kommt es entscheidend auf Sicherheit und Verlässlichkeit an. Als Erfinder von Video-Ident und vielen weiteren Zusatzdiensten sind wir für unsere Kunden ein Innovationspartner, der beide Werte vereint. Wir sind Marktführer, was sich darin zeigt, dass wir die größte Anzahl an renommierten großen Bankhäusern als Kunden gewinnen konnten. Unser eigenes High-Security-Identcenter mit mehr als 400 Mitarbeitern ist einzigartig. Unsere mehrfach geprüften und zertifizierten Dienstleistungen bieten wir in verschiedenen Preismodellen. In Deutschland setzen Kunden eher auf die transaktionsbasierte Abrechnung, im Ausland schätzen viele Unternehmen eher unsere Lizenzmodelle. So können unsere Kunden Identifikationen auch in-house durchführen. Es kommt also nicht darauf an, wo die Identifizierung erfolgt. Entscheidend ist die Technologie. Diese muss schnell, einfach und vor allem sicher sein.

Welcher Teilbereich Ihres Angebots wächst aktuell am stärksten?

QES-Onlinesigning und unsere vollautomatischen eCheck-Produkte wie beispielsweise die Nutzung unserer True-Identity-Datenbank.

Was bedeutet das genau und in welchen Bereichen setzen Sie diese Technologie ein?

Die Identifikation von Personen ist der Kern unserer Technologie. Sind die Kunden jedoch erst einmal legitimiert, können sich daran weitere Dienstleistungen anschließen. Mit der Qualifizierten Elektronischen Signatur (QES) können sie rechtssicher Verträge digital unterzeichnen, also etwa eine Versicherung oder einen Kreditvertrag abschließen. Sie sind genauso gültig wie Kontrakte auf Papier. Mit dem vollautomatischen eCheck wiederum wenden wir uns an Kunden, die wiederkehren, da sie grundsätzlich eine Vielzahl an Onlinetransaktionen im Jahr tätigen: Wer bereits zum Anmieten eines Autos oder zum Abschluss eines Mobilfunkvertrages die WebID-Videolegitimation durchlaufen hat, kann sich bei uns ein Nutzerprofil – also eine richtige digitale WebID – anlegen und hinterlegt seine sogenannte True Identity in einer von ihm gesteuerten Treuhand-Datenbank. Wenn er sich daraufhin erneut wegen des Onlinekaufs eines Produktes oder wegen eines Versicherungsvertrages identifizieren muss, ist er schon registriert und alles geht mittels einer von ihm eingegebenen TAN oder per Biometrie wesentlich schneller und genauso sicher. Das spart unseren Kunden und uns Zeit und Kosten und ist noch komfortabler durchführbar als die von uns erfundene Videolegitimation.

Was versprechen Sie sich von der Expansion in die USA und welche Region ist als nächstes dran?

Wir sehen in den USA eine große Chance auf Wachstum. Unsere Partner wie Barclaycard, American Express oder Vodafone fragen nach WebID in den USA. Dem kommen wir mit zwei Standorten an Ost- und Westküste nach. Erst kürzlich haben wir die Zulassung unseres Patents für die Vereinigten Staaten erhalten. Wir sind davon überzeugt, dass wir auch dort mit unseren Produkten „Made in Germany“ überzeugen können. Allein die Expansion in die USA wird unser Wachstum stark beschleunigen. Danach steuern wir Asien an. Wir freuen uns darauf!

Welchen Effekt wird die Expansion in die USA auf Ihren Umsatz noch in diesem Jahr haben? Können Sie eine Zahl nennen?

Bereits 2018 steuern wir auf die ersten 10.000 Transaktionen in den USA hin. Der Umsatzanteil am Gesamtumsatz der WebID wird dann noch gering sein und ca. 100.000 US$ Umsatz für 2018 betragen. Ab 2019 wird der Umsatzanteil zügig wachsen, indem immer mehr Kunden in den USA an das WebID-System angeschlossen werden. Und ab Ende 2019/Anfang 2020 rechnen wir mit einem signifikanten Umsatzanteil aus den USA.

Schreibt seit 2006 über Finanzen und Börse. Neben Jobs für Anlegerzeitschriften, Finanzmagazine und Unternehmen aus der Branche beobachtet Nico für Geld-Digital.de seit 2018 spannende Fintechs aus dem deutschsprachigen Raum.