Die Deutschen gehören zu den größten Sparfüchsen. Insgesamt haben die Frauen hierbei noch die Nase vorn.

Die mobile Bank N26 analysierte im Rahmen einer Studie zum Spar- und Konsumverhalten die Kontodaten ihrer Kundschaft im Zeitraum von Januar bis Dezember 2021. Das Ergebnis überrascht: Denn obwohl die Deutschen das meiste Geld zur Seite packten, stehen sie mit ihrem Sparanteil in Bezug zum Einkommen hinter Spanien mit 23% auf Platz 2 mit 18%, gefolgt von Italien mit 16% und Frankreich als Schlusslicht mit gerade mal 6%.

In München wird am meisten gespart, gefolgt von Berlin und Hamburg

Im innerdeutschen Vergleich der Metropolen liegt die bayerische Landeshauptstadt weit vorn. Während hier 20% des Monatseinkommens (1.026,18 Euro) zurückgelegt wurden, waren es in Berlin 19% (449,21 Euro) und in Hamburg 14% (320,68 Euro).

Gender Diskrepanz: Frauen haben beim Sparen die Nase vorn

Den Analysedaten zufolge verdienen Männer weiterhin bis zu 30% mehr als Frauen. Doch Frauen sind die besseren Sparfüchse. Sie sparten 22 % ihres monatlichen Einkommens, im Gegensatz zu Männern mit 16 %. Überraschend ist vor allem das Ergebnis der Frauen in der Altersgruppe 60 bis 64: sie legten 10 % mehr zurück als ihre männlichen Kollegen – das entspricht 31 % ihres monatlichen Einkommens, während Männer gerade mal 20 % ansparten. 

Mira Fauth-Bühler, Professorin für Wirtschaftspsychologie und Neuroökonomie an der FOM Hochschule für Oekonomie & Management in Stuttgart erklärt, dass „Frauen eine größere Kontrollregion – die „Führungskraft“ unseres Gehirns – haben als Männer. Ihre Gehirne sind möglicherweise besser in der Lage, riskante und impulsive Verhaltensweisen zu unterdrücken“, wie etwa übermäßige Ausgaben.

Alter geht vor: Jüngere Europäer hatten es beim Sparen schwer

Die jüngere Generation konnte 2021 deutlich weniger zurücklegen, so die Studie. Fauth-Bühler weist dabei auf die ungleich stärkeren finanziellen Belastungen hin durch Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit. Das könnte sich allerdings zukünftig ändern. „Wer diese Erfahrungen macht oder sie bei Freunden miterlebt, der wird seine finanzielle Situation neu überdenken.“

Tipps der Neurowissenschaftlerin für den ultimativen Sparerfolg

Laut Fauth-Bühler ist Sparen ein täglicher Kampf zwischen innerem Belohnungssystem, das auf die Ausschüttung des Glückshormons Dopamin wartet, und dem Kontrollsystem, das das Erreichen langfristiger Ziele überhaupt erst ermöglicht. Umso wichtiger sind Tipps der Expertin, um das Sparziel zu erreichen.

  • Gestresst oder schlecht gelaunt? Dann lieber spazieren statt shoppen gehen.
  • Bei Ausgaben auf die Zahlungsart achten. Besser bar statt mit Kreditkarte zahlen.
  • Digitale Tools erleichtern das Sparen und motivieren.
Thomas Brummer war bereits für das Anlegermagazin "Der Aktionär" und das Verbraucherportal biallo.de tätig. Zudem hospitierte er in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf. Seit 2018 ist er Mitglied der Redaktion und seit 2020 als stellvertretender Chefredakteur für das Anlegerportal extraETF.com und das Extra-Magazin verantwortlich. Er verfasst zudem regelmäßig Beiträge auf geld-digital.de.