Die Deutschen setzen sehr gerne auf Versicherungen. Doch wie ticken die Bundesbürger wirklich? So versichert sich Deutschland.

Anlässlich des „Tag der Versicherung” am 28. Juni präsentierte der digitale Versicherungsmanager Clark gemeinsam mit dem Befragungsinstitut YouGov eine neue Studie zum Versicherungsverhalten der Deutschen. Die Ergebnisse zeigen Informationswege, Interessenschwerpunkte und Generationsunterschiede der deutschen Versicherten auf und widersprechen gängigen Branchen-Klischees. Die am häufigsten abgeschlossenen Versicherungen in Deutschland sind laut Studie die Privathaftpflichtversicherung (63 Prozent), KFZ-Versicherung (63 Prozent) und Hausratversicherung (58 Prozent).

Vier von fünf Deutschen hatten schon mal einen Schadensfall. Und die Erfahrungen, die sie dabei mit ihren Versicherungen gemacht haben, sind überwiegend positiv: Im Rahmen der Clark-Versicherungsstudie zeigt sich die Mehrheit der Befragten (81 Prozent) mit der Abwicklung durch ihren Versicherer zufrieden. „Die Deutschen sind Versicherungen gegenüber positiver eingestellt als es beispielsweise Diskussionen in Internetforen oder sozialen Medien vermuten lassen”, so die Clark-Versicherungsexperten. „Ob bei der Recherche, beim Vertragsabschluss oder im Schadensfall: Sobald Verbraucher mit Versicherungen in Berührung kommen, nehmen sie die Leistungen der Unternehmen mehrheitlich als seriös und angemessen wahr.“

Einfluss von Risikowahrnehmung und sozialem Umfeld

Für welche Versicherungen sich die Deutschen entscheiden, hängt maßgeblich von ihrer Einschätzung potenzieller Risiken ab: 59 Prozent der Befragten schützen sich vor allem gegen Schäden, deren Eintritt sie für sich selbst als wahrscheinlich erachten. Doch diese Denkweise greift oft zu kurz. „Viele Verbraucher mutmaßen beispielsweise, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein Feuer ihr Hab und Gut verschlingen könnte“, so die Experten von Clark. „Mindestens genauso wichtig wäre aber die Frage: Könnten wir den Neukauf des gesamten Hausrats aus eigener Tasche bezahlen?“

Auch der Einfluss von Außen spielt eine Rolle – vor allem bei der jüngeren Generation: Zwei von drei 18- bis 24-Jährigen (64 Prozent) schließen die Versicherung auf Anraten von Eltern oder Freunden ab. Auch mit 25 bis 34 Jahren ist der Einfluss noch recht groß: Immerhin 39 Prozent haben ihre Versicherungen der Eltern und Freunde wegen abgeschlossen. Auch der Makler oder Berater spielt bei den jüngeren Befragten noch eine größere Rolle: 14 Prozent geben diesen als Grund für den Abschluss ihrer Versicherungen an.

Die vier am häufigsten abgeschlossenen Versicherungen in Deutschland sind laut Studie die Privathaftpflichtversicherung (63 Prozent), Kfz-Versicherung (63 Prozent), Hausratversicherung (58 Prozent) und Rechtsschutzversicherung (37 Prozent).

Ältere besser informiert als Jüngere

Gut die Hälfte der Befragten (55 Prozent) fühlt sich zudem über ihre Versicherung gut informiert – Allerdings zeigen sich deutliche Altersunterschiede. Mit 18 bis 24 Jahren traut sich nur jeder Dritte gute Kenntnisse zu. Bei den 25- bis 45-Jährigen ist es sogar nur jeder Vierte. Erst danach ändert sich das Bild – und zwar schlagartig. Beinahe zwei Drittel der Verbraucher ab 45 Jahren halten sich für gut informiert. „So verständlich es ist, dass jüngere Menschen die Prioritäten auf Ausbildung, Karriere und Partnerschaft legen: Es kann sich rächen, Versicherungsfragen auf die lange Bank zu schieben“, warnen die Clark-Versicherungsexperten. Dabei eigne sich gerade der Lebensabschnitt zwischen Schulabschluss und „Lebensmitte“ am besten, um Policen wie etwa eine Berufsunfähigkeitsversicherung oder eine Zahnversicherung abzuschließen. „Jüngere, gesunde Menschen erhalten günstigere Konditionen und können so langfristig bei den Beiträgen sparen“, so die Begründung der Versicherungsexperten.

Späte Entscheidungen beeinflussen Versicherungsschutz

Generell halten 71 Prozent der Befragten Versicherungen für sehr wichtig. Doch nur gut die Hälfte bringt auch tatsächliches Interesse für ihre Versicherungsprodukte auf. Auch hier zeigt sich wieder ein Generationsunterschied: Während beispielsweise 75 Prozent der Verbraucher über 55 Jahre eine Haftpflichtversicherung besitzen, ist nur jeder zweite 25- bis 34-Jährige gegen Schadensersatzforderungen Dritter abgesichert. Umgekehrt verhält es sich mit der Berufsunfähigkeitsversicherung. Über diese Police verfügt beinahe jeder vierte Befragte zwischen 25 und 34, aber nur jeder sechste Verbraucher zwischen 45 und 54. „Wer den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung in jungen Jahren versäumt, holt ihn später in der Regel auch nicht nach“, erklären die Versicherungsexperten von Clark. Dahinter stehe wahrscheinlich die Annahme, dass sich ein solcher Vertrag ab 40 Jahren nicht mehr lohne.

Die Clark-Versicherungsexperten raten dazu, sich auf jeden Fall unabhängig beraten zu lassen. „Bei einem späten Vertragsbeginn mag die Höhe der Beiträge zunächst überraschen. Aber für die meisten Menschen würde ein gesundheitsbedingter Verlust des Einkommens das Ende ihres gewohnten Lebens nach sich ziehen. Eine individuelle Beratung kann hier dabei helfen, die eigene Situation ganzheitlich zu betrachten und die richtige Police auszuwählen.“

Thomas Brummer war bereits für das Anlegermagazin "Der Aktionär" und das Verbraucherportal biallo.de tätig. Zudem hospitierte er in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf. Seit 2018 ist er Chefredakteur für das Anlegerportal extraETF.com und das Extra-Magazin. Er verfasst regelmäßig Beiträge auf geld-digital.de.