Insurtech ist aus „Insurance“, dem englischen Wort für Versicherung, und „Technology“ zusammengesetzt. Der Begriff beschreibt neue digitale Anbieter, die Kunden Lösungen rund um Versicherungen bieten. Bei Investoren sind Insurtech-Startups sehr beliebt – wer etwas auf sich hält, beteiligt sich an Finanzierungsrunden. Auch große Versicherungskonzerne haben die Zeichen der Zeit erkannt und haben eigene Startup-Abteilungen gegründet.

Doch was bedeutet Insurtech für Kunden? Zentrale Motivation von Insurtech-Startups ist es, Kunden den Umgang mit Versicherungen zu vereinfachen. Beispielsweise sorgt die App Clark dafür, dass Versicherungsnehmer bestehende Versicherungen zentral einsehen können. In einem nächsten Schritt wird der bestehende Versicherungsschutz analysiert und basierend auf individuellen Daten Verbesserungsvorschläge erstellt.

Ein weiterer Ansatz ist Friendsurance. Hierbei schließen sich Freunde und Bekannte zu Versicherungspools zusammen. Wenn beispielsweise zehn Personen eine Hausratsversicherung haben, kann ein Pool entstehen. Bei kleineren Schäden übernimmt der Pool die Kosten, bei größeren greift die Versicherung. Wird in einem Jahr kein Schaden gemeldet, erstattet Friendsurance allen Teilnehmern eines Pools einen Teil der Jahresgebühr zurück. Ganz nebenbei vertreibt Friendsurance auch neue Versicherungen.

Weitere bekannte Insurtechs

  • Ottonova: Digitale Krankenkasse
  • Wefox: Automatisiertes Backoffice für Versicherungsmakler

Die Zukunft von Insurtech

Je mehr Daten rund um potenzielle Versicherungsnehmer verfügbar sind, desto individueller können Versicherungslösungen sein. Die Blockchain, also eine dezentrale Datenbank, welche von vielen Nutzern gleichzeitig bearbeitet werden kann, bietet Potenzial, um Insurtech-Lösungen künftig noch effizienter zu gestalten oder neue Angebote zu entwickeln. Mit Hilfe von auf der Blockchain-Technologie basierenden Smart Contracts sind beispielsweise Micro-Versicherungen möglich, welche nur bestimmte Ereignisse absichern und im Leistungsfall automatisch greifen.

Gerade Menschen unter dreißig sind dazu bereit, persönliche Daten an Versicherungskonzerne weiterzugeben und innovative Technologie zu nutzen. Da vor allem in jungen Jahren der Bedarf an  Versicherungslösungen groß ist, dürften Insurtechs schnell Kunden finden. Digitale Versicherungs-Anbieter können dabei helfen, Beratungen effizienter zu gestalten und Lösungen zu entwickeln, die zum Bedarf der Kunden passen.

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Markus Jordan ist Gründer und Herausgeber verschiedener Medien im Bereich Finanzen. Über die Firma Isarvest veröffentlicht er das EXtra-Magazin, das führende ETF-Magazin in Deutschland und Geld-Digital – das Verbraucherportal für digitale Finanzangebote. Er ist einer der führenden Experten auf diesem Gebiet.